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Avez-vous e Ahnig?

Den Startknopf für Ihr kleines, aber effektives Workout finden Sie oben rechts. Wie auf jeder kantonalen Website. Sehen Sie es? Dann wechseln Sie einfach per Mausklick von «DE» auf «FR». Und schon sind Sie nicht nur auf der anderen Seite des Röstigrabens, sondern trainieren auch verlässlich Ihre Französisch-Kompetenz. So kostenfrei wie qualitativ hochwertig – dafür engagiert sich der Übersetzungsdienst der Bildungs- und Kulturdirektion tagtäglich.

Im Kanton Bern ist die Zweisprachigkeit ein so reales wie kostbares Gut. Amtlich existiert sie überall, praktisch lebt sie territorial. Und für den Raum Biel, wo die beiden Sprachen entspannt nebeneinanderher oder gar ineinander über gehen, wird die Zweisprachigkeit sowohl kantonal als auch national als «Lebendige Tradition» gewürdigt. Deshalb ist es wirklich nicht die Frage, ob die jeweils andere Kantonssprache zur frühen Lern-Pflicht gehören soll. Sondern vielmehr: Weshalb ist das Üben – hörend, lesend, sprechend – nicht lebenslange Kür?

Auf ganz unterschiedliche Art und Weise haben sich im Kanton Bern eine Vielzahl Kulturschaffende, Kul-turveranstaltende und Kulturinstitutionen die gelebte Zweisprachigkeit kreativ zu eigen gemacht. Sei es, indem sie mit aller Sorgfalt und Umsicht uns als Publikum in beiden Sprachwelten willkommen heissen. Sei es, indem sie in ihrem Schaffen die Zwei- oder Mehrsprachigkeit zum Thema machen. Oder sei es, indem sie Brücken bauen zwischen den beiden Sprachkulturen, damit die einstige Pflicht auch wirklich zur Kür werden kann. Lebenslänglich.

Um das kostbare Gut der kantonalen Zweisprachigkeit zu stärken, hat die Berner Regierung vor einigen Jahren das Amt für Kultur beauftragt, die Schaffung einer kulturellen Auszeichnung für Zweisprachigkeit zu prüfen. Diese Prüfung haben wir gerne absolviert. Zwischenzeitlich wird der «Prix du bilinguisme dans la culture», dotiert mit 20'000 Franken, zum vierten Mal vergeben. Aber an wen?

«Je n’ai kei Ahnig», hörte ich kürzlich einen Mann sagen, der just hinter mir in den Zug von Bern nach Biel stieg. Worüber er auch immer gesprochen hat: Ihnen geht es hoffentlich anders. Denn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, sind bis zum 26. April eingeladen, eine Institution, ein Kollektiv oder eine Person für den Zweisprachigkeits-Preis zu nominieren. Eine breit aufgestellte Jury beurteilt im Anschluss alle eingegangenen Nominationen und schlägt der Bildungs- und Kulturdirektorin eine Gewinnerin oder einen Gewinner vor. Gefeiert wird dann im Herbst, gemeinsam mit der Vergabe des Kulturpreises des Kantons Bern und der «Médaille mitenand-ensemble». Irgendwo im Kanton Bern. Aber zweisprachig, « comme d’hab’ » – das versteht sich ja von selber.

Sibylle Birrer, Vorsteherin Amt für Kultur des Kantons Bern

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