Wir laden Sie herzlich ein zur Präsentation des aktuellen Jahrgangs der Publikationsreihe WERK-BUCH / ŒUVRE D’ARTISTE. Mit dieser Reihe unterstützt die kantonale Kulturförderung ausgewählte bernische Kunst-, Fotografie- und Architekturschaffende sowie Kunstvermittelnde, ihre Arbeit in einer Kunstmonografie/einem Künstlerbuch vorzustellen.
Mittwoch, 22. April 2026, 18 Uhr
Kunstsalon – WERK-BUCH / ŒUVRE D’ARTISTE – im Gespräch
Gespräch mit den Macherinnen und Machern: Claudia Blank, Präsidentin der Kunstkommission, und Christine Wyss, Leiterin Fachbereich Kulturkommissionen in der Abteilung Kulturförderung
Grusswort: Anne Jäggi, Vorsteherin Abteilung Kulturförderung
Veranstaltungssaal, Universitätsbibliothek Münstergasse (UG)
Ausklang mit Apéro zum Anstossen und Vernetzen
20. April bis 10. Mai 2026
Vitrine
Universitätsbibliothek Münstergasse, Bern, Eingang Münstergasse Ost
Exemplare zur Ansicht
Lesetisch im Raum «Information und Bernensia (1. OG)
20. bis 29. April 2026
Vitrine und Verkauf
Buchhandlung zum Zytglogge, Bern
Irene Schubiger: All of Us
Unscheinbar, doch immer grundlegend und eigenständig hat die in Reichenbach bei Bern lebende und arbeitende Künstlerin Irene Schubiger über Jahrzehnte die Materialien und Formen ihrer plastischen Objekte verändert. Die jüngsten Bronzegüsse antworten bemaltem Gips, Keramik oder leichthin scharfen Verbindungen von Kunststoffen und Papieren. Autonome Festkörper auf Sockeln stehen neben ungeschützten Objekten.
Dieses multiperspektivische Werkporträt zeigt mit meist ganzseitigen, farbigen Abbildungen zahlreicher Arbeiten aus den letzten fünf Jahren das Schaffen einer Künstlerin, die nach der Auflösung moderner Vorgaben und Gewissheiten immer wieder zu bezaubernder Sicherheit im freien Umgang mit verschiedensten Materialien findet.
121 Seiten, Texte von Hans Rudolf Reust, Deutsch, Zürich: Scheidegger & Spiess

Beth Dillon & Vera Trachsel: HARVEST. Eine kuratorische Erne / Une récolte curatoriale
HARVEST ist ein experimenteller Katalog, der über drei Jahre kuratorischer Zusammenarbeit im Espace libre, Visarte Biel/Bienne, reflektiert. Konzipiert als eine Mischung aus Archiv und Feldführer, sammelt er Spuren von Projekten, Praktiken und Begegnungen, die den Raum zwischen 2021 und 2023 geprägt haben. Neun thematische Kapitel verweben Gespräche zwischen den Künstlerinnen-Kuratorinnen Beth Dillon und Vera Trachsel, Gastbeiträgen und Programmdokumentationen.
«Zu ernten bedeutet nicht nur, zu sammeln – sondern auch, zurückzugeben, zu teilen, was gewachsen ist. Wir hoffen, dass dieses Buch eine nützliche Ressource wird – insbesondere für andere unabhängige Künstler*innen-Kurator*innen und Kulturschaffende, die sich durch das praktische, emotionale und politische Terrain des Kunstbetriebs bewegen. Indem wir den kuratorischen Prozess entmystifizieren, möchten wir Werkzeuge, Reflexionen und Inspiration weitergeben – für diejenigen, die als Nächstes kommen.»
400 Seiten, Französisch/Deutsch/Englisch, Biel/Bienne: Edition Haus am Gern
George Steinmann: Mindmaps
Die Publikation legt erstmals einen Querschnitt durch das von Nachdenklichkeit bestimmte Werk eines Künstlers, dem die Welt am Herzen liegt. Unser Kosmos als Kernstück von Kunst – George Steinmann ist visueller Künstler, Musiker und Forscher. In seinen Mindmaps befasst er sich mit dem Zustand unseres Planeten. Die Poesie seiner meist kleinformatigen Blätter beruht auf Strukturen, auf eigengesetzlichen, chemischen Reaktionen und auf der Überzeugung, dass natürliche Substanzen auch in kleinen Dosen ein universelles Wissen speichern.
Wachsen, auftauchen, verschwinden: George Steinmann versteht seine Mindmaps als Denkkosmos zwischen Wissenschaft und Spiritualität. In seiner Praxis arbeitet er mit natürlichen Substanzen, der Bewegungen von Farbe und Form, dem Überzeichnen und Beträufeln eigener Notizen. Zusammenhänge, in der Logik der Sprache kaum fassbar, verwandeln seine Mindmaps in geheimnisvolle Visionen und in Tiefenräume eines verletzlichen Kosmos.
148 Seiten, Deutsch/Englisch, München: Hirmer Verlag

Sophie Brunner, Diego Roveroni et al.: Rohling. Atelier – Kollektiv – Outside – Akademie
Seit mehr als zehn Jahren entwickelt das Projekt Rohling praxisorientierte und kulturpolitische Perspektiven für Kunst von Menschen mit Beeinträchtigungen. Für viele ist Rohling zu einem wichtigen Lebensmittelpunkt geworden. Sie finden durch Rohling Zugang zum kulturellen Leben der Stadt und werden als Künstlerinnen und Künstler wertgeschätzt. Dabei spielt das Atelier im Zentrum Berns eine essenzielle Rolle: Im Kulturhaus PROGR wird nebeneinander und gemeinsam gearbeitet. Es werden Erfahrungen und Wissen ausgetauscht und Diversität als künstlerische und gesellschaftliche Chance vorgelebt. Die Publikation gibt erstmals einen Überblick über die Aktivitäten und Erfahrungen rund um das Atelier Rohling und beleuchtet das Experiment in all seinen Facetten.
266 Seiten, Texte von Michael Fehr, Raphael Gygax, Filip Haag, Annemarie Hahn, Marinka Limat, Rachel Maeder und Eva Rekade, Deutsch, Biel/Basel: edition clandestin
Marius Lüscher: Untitled Paintings
Es ist eine seltsame, «an kein Vorwissen appellierende Ordnung», die uns die abstrakten Bilder von Marius Lüscher vorgeben, wie Dieter Schwarz, ehemaliger Direktor des Kunstmuseums Winterthur, in seinem begleitenden Essay schreibt. Mit 160 bis 220 cm Höhe und in vertikalem Format verweigern die Bilder einen landschaftlichen Eindruck, wie sie auch jede Anspielung auf die menschliche Figur vermeiden, der dieses Format traditionell vorbehalten war. «Es gibt keine an Anatomie erinnernde interne Gliederung der Bildfläche, noch fügen sich die verwendeten Formen zu Ensembles, die dazu einladen, sich darin körperlich wiederzufinden.» Vielmehr löst sich die Identität der gemalten Fläche und der Bildfläche auf, die Formen stehen auf neutralem weissem Grund, mit dem sie interagieren – Transparenz ersetzt Opulenz. «Der Maler selbst bezeichnet diese Arbeit auf dem Hintergrund der historischen Abstraktion und der Abstraktion der Nachkriegszeit als ‘Abstraktion der Abstraktion’, denn er […] versucht […] auf der Seite der ungegenständlichen Malerei zu bleiben und diese zu historisieren, sie als reale Arbeitsmöglichkeit lebendig zu halten.»
96 Seiten, Texte von Dieter Schwarz, Deutsch/Englisch, Köln: Snoeck Verlagsgesellschaft GmbH